Haimbuchner: „Oberösterreich ist kein Windkraftland“

Das Thema Windkraft sorgt in Oberösterreich bereits seit einigen Jahren für Diskrepanzen. Vor allem die Grünen sprechen sich für einen Ausbau der Windräder aus, die Nachteile werden dabei aber gänzlich ausgeblendet, wie Landeshauptmann-Stellvertreter und Landesparteiobmann der Freiheitlichen Partei Oberösterreich, Dr. Manfred Haimbuchner, betont.

„Tatsache ist in diesem ganzen Zusammenhang, dass diese Energiewende, so wie sie von den Grünen propagiert wird und von den Schwarzen und der SPÖ auf Bundesebene mit betrieben wird, dazu geführt hat, dass wir sehr hohe Energie- und damit Stromkosten haben. Dass mit Windrädern diese Problematik, die wir im Energiesektor haben, gelöst werden kann, ist Wunschdenken“, so Haimbuchner.

Hinzu kämen die mangelnde Netzkapazität sowie die Erhöhung der Stromkosten, was auch auf den Bau von Stromleitungen und Umspannwerken zurückzuführen sei. Konsumenten würden zusätzlich die Kosten für den Strom, der aufgrund des fehlenden Ausbaus nicht eingespeist werden könne, tragen. Ein Anlagenbetreiber, der seinen Strom wegen der Überlastung nicht mehr einspeisen dürfe, behält seinen Markterlös, in den meisten Fällen würde der Strom nämlich bereits vorab verkauft werden, bevor überhaupt eine Herabregelung geplant werde. 

„Windkraft ist auch ein Geschäft. Wenn Sie wissen, dass Sie knapp zehn Cent sowieso bekommen, ganz egal, wie hoch der Marktpreis ist, dann ist das kein freier Markt. Der Großhandelspreis liegt meistens darunter. Hier wird eine bestimmte Form der Energie ganz einfach subventioniert.“

„Oberösterreich ist kein Windkraftland“

Haimbuchner verweist insbesondere auf die geografischen Voraussetzungen Oberösterreichs. „Oberösterreich ist kein Windkraftland“, stellt er klar. Die Einschätzung, dass Oberösterreich für einen großflächigen Ausbau der Windkraft nicht geeignet sei, sei auch bereits in früheren Planungen berücksichtigt worden.

„Da können die Grünen immer etwas anderes dazu sagen und die Landkarte neu definieren, aber aus einem See in Oberösterreich wird trotzdem kein Berg, auch wenn man die Landkarte fünfzehn Mal umschreibt“, sagt Haimbuchner.

Er verweist dabei auf den oberösterreichischen Windkraftmasterplan: „Wir haben vor einigen Jahren einen Windkraftmasterplan erarbeitet, in dem auch die Gebiete genau ausgewiesen wurden. Auch hier ist man zu diesen Schlüssen gekommen.“

Auch die Größenordnung der Stromproduktion aus Windkraft stelle für Haimbuchner die Bedeutung der Technologie für die oberösterreichische Energieversorgung infrage. „Oberösterreich hat derzeit über dreißig Windkraftanlagen, die ungefähr 0,4 Terawattstunden erzeugen. Alleine die Voest benötigt am Standort ungefähr 25 bis 30 Terawattstunden. Man sieht ganz einfach, dass das überhaupt keine Lösung ist.“

Für Haimbuchner steht daher fest, dass ein weiterer Ausbau der Windkraft die grundlegenden Herausforderungen des Energiesektors nicht beheben könne: „Ganz im Gegenteil, sie werden sogar verschärft.“

Das gesamte LT1-Sommergespräch finden Sie hier: https://www.lt1.at/aktuelles/manfred-haimbuchner-fpoe/