Statt Abkommandieren aus den Bundesländern ist nachhaltige Personaloffensive Gebot der Stunde.
„Es ist nicht einzusehen, dass Oberösterreich laufend Polizisten nach Wien schicken soll, während dort die hausgemachten Personalprobleme ungelöst bleiben“, reagiert der Sicherheitssprecher der FPÖ Oberösterreich, Landesparteisekretär LAbg. Michael Gruber auf die aktuellen Berichte über die angespannte Personalsituation bei der Wiener Polizei. Gruber fordert daher eine nachhaltige Personaloffensive: „Der Polizeiberuf muss wieder so attraktiv sein, dass ausreichend qualifizierte Menschen diesen Weg einschlagen und auch dabei bleiben. Dazu gehören vernünftige Arbeitsbedingungen, eine angemessene Entlohnung und ausreichend Personal auf den Dienststellen. Das Dienstzeitmodell neu widerspricht jedoch einer Attraktivierung des Polizeiberufs.“
Für den kommenden Aufnahmetermin stehen laut Medienberichten in Wien rund 200 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Obwohl es etwa 900 Bewerber gibt, können laut Bericht nicht alle Plätze mit ausreichend qualifizierten Bewerbern besetzt werden. Gleichzeitig müssen sechs Bundesländer für drei Monate insgesamt 48 Beamte zur Unterstützung von Schwerpunktaktionen gegen Jugendkriminalität nach Wien entsenden. „Natürlich gehört es zum Selbstverständnis der Polizei, sich bei besonderen Einsatzlagen bundesländerübergreifend gegenseitig zu unterstützen. Was aber nicht akzeptabel ist, ist ein schleichender Dauerzustand, bei dem Personalengpässe in Wien regelmäßig auf Kosten der Bundesländer ausgeglichen werden“, so Gruber.
Besonders alarmierend sei, dass laut Polizeigewerkschaft in Wien rund 650 Planstellen unbesetzt seien und die Drop-out-Quote während der zweijährigen Grundausbildung bei rund 50 Prozent liege. „Diese Zahlen zeigen klar: Das Problem liegt nicht darin, dass es überhaupt keine Interessenten gibt. Entscheidend ist, dass geeignete Bewerber gewonnen, ausgebildet und anschließend auch langfristig im Polizeidienst gehalten werden.“ Für Oberösterreich müsse jedenfalls gelten: „Unsere Polizistinnen und Polizisten werden selbst dringend gebraucht – in den Städten genauso wie im ländlichen Raum. Oberösterreich darf nicht zum Personalreservoir für eine verfehlte Wiener Personalpolitik werden. Das Innenministerium muss die strukturellen Probleme dort lösen, wo sie entstehen, anstatt immer wieder Beamte aus gut funktionierenden Bundesländern abzuziehen. Sicherheit braucht dauerhaft ausreichend Personal vor Ort – und keine permanente Verschiebung des Mangels von einem Bundesland ins andere“, so Gruber abschließend, der betont: „Diese Warnung aus Polizeikreisen widerlegt klar die anhaltenden Jubelmeldungen des Innenministers.“
