Haimbuchner stellt LINZ AG Bädern Kooperation für 2027 in Aussicht

Nach der zunächst abgelehnten Zusammenarbeit bei geförderten Schwimmkursen haben sich die LINZ AG Bäder nun an das Land Oberösterreich gewandt. Familienreferent und Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner zeigt sich grundsätzlich gesprächsbereit, verweist für das laufende Jahr aber auf das bereits verplante Budget. Zugleich nimmt er die Stadt Linz finanziell in die Pflicht.

Im Streit um die Förderung von Schwimmkursen in der Landeshauptstadt gibt es eine neue Wendung. Nachdem die LINZ AG Bäder eine Zusammenarbeit mit dem Familienreferat des Landes Oberösterreich und der SPORTUNION zunächst abgelehnt hatten, liegt Landeshauptmann-Stellvertreter und Familienreferent Manfred Haimbuchner nun ein Schreiben vor, in dem um eine Förderung sämtlicher 40 Intensivschwimmkurse ersucht wird.

Eine vollständige Übernahme in das bestehende Fördermodell sei derzeit jedoch nicht möglich. „Eine Förderung aller Schwimmkurse der LINZ AG Bäder würde das vorgesehene Budget des Projektes sprengen. Unser Förder-Projekt befindet sich noch in der Startphase, eine Ausweitung kann nur sukzessive erfolgen“, erklärt Haimbuchner. Grundsätzlich stellt der Familienreferent den LINZ AG Bädern eine künftige Kooperation in Aussicht. Für das laufende Jahr sei die Förderung allerdings bereits zu Jahresbeginn fertig geplant worden. Eine Einbindung könne daher frühestens im kommenden Jahr erfolgen.

Vorgeschichte: Linz lehnte Kooperation zunächst ab

Bereits am 1. Juli hatte das Familienreferat gemeinsam mit dem Linzer Sicherheitsstadtrat Michael Raml auf die Vorgeschichte aufmerksam gemacht. Das Land Oberösterreich bietet im Rahmen der OÖ Familienkarte gemeinsam mit der SPORTUNION geförderte Schwimmkurse für Kinder an. Das Projekt war im Vorjahr zunächst an sechs Standorten mit jeweils drei Kursen gestartet worden. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde das Angebot heuer auf zwölf Standorte mit jeweils drei Kursen ausgeweitet.

„Im letzten Jahr starteten wir mit einem Pilotprojekt, an sechs Standorten wurden jeweils drei Kurse abgehalten. Die Nachfrage war enorm, binnen kürzester Zeit waren alle Kurse ausgebucht“, erklärte Haimbuchner damals. Eine Kooperation mit den LINZ AG Bädern kam jedoch weder im Vorjahr noch zu Beginn dieses Jahres zustande. Bereits 2025 hatte es laut Familienreferat Schwierigkeiten gegeben, als ein Kurs wetterbedingt vom Freibad Traun in ein Linzer Hallenbad hätte verlegt werden sollen. Die Nutzung eines Lehrschwimmbeckens sei nicht ermöglicht worden, wodurch der Kurs nur unter erschwerten Bedingungen und mit weniger Teilnehmern stattfinden konnte.

„Seitens des Landes und der SPORTUNION wurde versucht, in diesem Fall eine tragbare Lösung für die Kinder zu finden, leider stieß unser Anliegen auf taube Ohren bei der Stadt Linz“, kritisierte Haimbuchner bereits Anfang Juli. Auch für die diesjährigen Kurse sei die SPORTUNION erneut an die LINZ AG Bäder herangetreten. Ziel sei gewesen, das geförderte Angebot auch in der Landeshauptstadt verfügbar zu machen. Wieder sei die Kooperation zunächst abgelehnt worden.

Haimbuchner erklärte dazu Anfang Juli: „Gerne hätten wir ein einheitliches Angebot mit der OÖ Familienkarte für den gesamten oberösterreichischen Raum geschaffen, vor allem in Anbetracht der prekären finanziellen Situation der Landeshauptstadt wäre dies eine kostenschonende Lösung für die Stadt gewesen.“

Kurz darauf zeichnete sich allerdings eine Kehrtwende ab: Im Linzer Gemeinderat wurde ein Antrag angekündigt, mit dem die Aufnahme der Stadt Linz in die Schwimmkursförderung des Landes verlangt werden sollte. Haimbuchner sprach damals von einem „politischen Kuriosum“: Die zu hundert Prozent im Eigentum der Stadt stehenden LINZ AG Bäder hätten die Kooperation zunächst abgelehnt, während die Stadt anschließend selbst die Aufnahme in das Programm beantragt habe.

Kritik an Argument mit Umlandgemeinden

Im nun vorliegenden Schreiben der LINZ AG Bäder wird laut Haimbuchner auch darauf hingewiesen, dass rund 40 Prozent der Teilnehmer der Kurse aus Linzer Umlandgemeinden kämen und dies eine zusätzliche finanzielle Belastung bedeute.

Diese Argumentation kann der Familienreferent nicht nachvollziehen. „Einerseits spricht es offenbar für das Angebot der Stadt Linz, man sollte sich freuen, dass das eigene Angebot so gut angenommen wird. Andererseits bedeuten mehr Besucher auch mehr Einnahmen“, sagt Haimbuchner.

Er verweist dabei auf den Preis der Linzer Kurse: „Das Angebot der Stadt Linz kostet pro Kind 186 Euro, das ist nun wahrlich kein Geschenk, und die zusätzliche Konsumation sowie die Mehreinnahmen durch Eintrittsgelder sollten sich eigentlich eher positiv als negativ auf die Finanzen der LINZ AG Bäder auswirken.“

Deutlicher Preisunterschied bei den Kursen

Kritik übt Haimbuchner auch an den Kosten der von der Stadt angebotenen Schwimmkurse. Nach seinen Angaben werden dafür 186 Euro pro Kind verrechnet. Die über das Land geförderten Kurse kosteten insgesamt 90 Euro, wobei für die Familien lediglich ein Selbstbehalt von 25 Euro anfalle.  „186 Euro an Kursgebühren sind für mich nicht nachvollziehbar. Die Schwimmkurse des Landes kosten gesamt 90 Euro, der Selbstbehalt beträgt bei uns nur 25 Euro. Das ist ein signifikanter Kostenunterschied, der für die Linzer eine deutliche finanzielle Mehrbelastung darstellt“, so Haimbuchner.

Für eine Zusammenarbeit in Zukunft zeigt sich der Familienreferent dennoch offen. Gleichzeitig betont er, dass die Finanzierung der städtischen Bäder in erster Linie Aufgabe ihres Eigentümers bleibe.

„Der Betrieb und die daraus resultierende finanzielle Belastung sind durch den Eigentümer, in diesem Fall die Stadt Linz, zu tragen. Es ist nicht die Aufgabe einer anderen Gebietskörperschaft, die Einrichtungen der Stadt Linz zu subventionieren“, hält Haimbuchner fest.

Damit bleibt eine kurzfristige Aufnahme aller 40 Linzer Intensivschwimmkurse in das Förderprogramm des Landes ausgeschlossen. Für das kommende Jahr ist eine Kooperation zwischen Land, SPORTUNION und LINZ AG Bädern aber grundsätzlich möglich.