Haimbuchner und Dim kritisieren Millionen-Ausgaben für Erstsprachenunterricht

Rund 26 Millionen Euro kostet der Erstsprachenunterricht an Österreichs Pflichtschulen. In Oberösterreich stiegen die Ausgaben zuletzt auf knapp 1,6 Millionen Euro. FPÖ-Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner und Klubobmann Thomas Dim fordern nun eine Kurskorrektur: Das Geld solle stärker in Deutschförderung fließen. Kritik üben sie auch daran, dass dem Bildungsministerium detaillierte Daten zu Sprachen und Teilnehmern fehlen. Das Ressort räumt selbst ein, dass eine zentrale Aufschlüsselung nach einzelnen Sprachen derzeit nicht möglich ist. Während das Ministerium das Angebot pädagogisch verteidigt, sehen Haimbuchner und Dim darin einen weiteren Grund, Finanzierung und Ausgestaltung des Erstsprachenunterrichts grundsätzlich zu überprüfen.

Eine parlamentarische Anfrage der FPÖ zum Erstsprachenunterricht an österreichischen Schulen sorgt für Kritik aus Oberösterreich. Die nun vorliegende Antwort von Bildungsminister Christoph Wiederkehr zeigt: Für den Erstsprachenunterricht an allgemeinbildenden Pflichtschulen wurden im Schuljahr 2024/25 österreichweit rund 26,24 Millionen Euro aufgewendet. Für 2025/26 weist das Ministerium auf Basis der Daten von September 2025 bis Mai 2026 rund 26,08 Millionen Euro aus. Im Schuljahr 2023/24 waren es noch rund 23,27 Millionen Euro.  Für FPÖ-Landesparteiobmann und Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Manfred Haimbuchner sowie FPÖ-Klubobmann Thomas Dim sind die Zahlen Anlass für grundsätzliche Kritik an der Schwerpunktsetzung in der Bildungspolitik. „Die Schule muss der Ort sein, an dem Kinder die gemeinsame Sprache dieses Landes sicher erlernen. Wer Millionen in fremdsprachige Parallelangebote steckt, während vielerorts Deutschkenntnisse fehlen, setzt die falschen Prioritäten“, erklärt Haimbuchner. „Integration gelingt nicht durch das Hofieren von Parallelstrukturen, sondern durch klare Anforderungen, gemeinsame Regeln und eine starke deutsche Unterrichtssprache.“

Knapp 1,6 Millionen Euro in Oberösterreich

Auch die Zahlen für Oberösterreich fallen deutlich aus. Laut Anfragebeantwortung entstanden im Schuljahr 2025/26 bis zum Datenstand Mai Kosten von 1.588.848 Euro für den Erstsprachenunterricht an allgemeinbildenden Pflichtschulen. Davon entfielen rund 1,304 Millionen Euro auf Volksschulen und knapp 285.000 Euro auf Mittelschulen. Ein Jahr zuvor lagen die Gesamtkosten in Oberösterreich bei rund 1,45 Millionen Euro.

Parallel dazu hat sich die Zahl der oberösterreichischen Standorte mit Erstsprachenunterricht erhöht. Im Schuljahr 2024/25 wurde das Angebot laut Ministerium an 23 Pflichtschulstandorten geführt, darunter 17 Volksschulen und sechs Mittelschulen. 2025/26 waren es bereits 34 Standorte, davon 25 Volksschulen und neun Mittelschulen. Auch die Zahl der eingesetzten Lehrpersonen stieg: Für Oberösterreich werden für 2024/25 insgesamt 35 Lehrkräfte ausgewiesen, für 2025/26 bereits 47 Lehrpersonen, davon 31 an Volksschulen und 16 an Mittelschulen. Dim sieht darin einen falschen Einsatz vorhandener Ressourcen: „Jeder Euro, der in der Schule ausgegeben wird, muss den Kindern beim Aufstieg helfen. Der Schlüssel dazu ist Deutsch.“

Ministerium kann nicht nach einzelnen Sprachen aufschlüsseln

Haimbuchner und Dim kritisieren, dass dem Bildungsministerium ein vollständiger zentraler Überblick über den Erstsprachenunterricht fehlt. Weder Lehrpersonen und Kosten noch Teilnehmerzahlen können nach Sprache und Staatsbürgerschaft umfassend ausgewiesen werden. Der Unterricht steht grundsätzlich unabhängig von der Staatsbürgerschaft offen, sofern die jeweilige Sprache als Erst-, Zweit-, Alltags- oder Familiensprache verwendet wird. Genau daran entzündet sich die Kritik Haimbuchners. Nach Angaben der FPÖ nehmen etwa an einer Volksschule in Freistadt 32 Schüler am Türkisch-Unterricht teil, 24 davon sollen die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen. Diese konkrete Zahl wird in der Anfragebeantwortung des Bildungsministeriums allerdings nicht bestätigt oder aufgeschlüsselt, da entsprechende Teilnehmerdaten nach Schule, Sprache und Staatsbürgerschaft zentral nicht vorliegen.  „Wenn Kinder mit österreichischer Staatsbürgerschaft teilweise in fremder Sprache unterrichtet werden, während gleichzeitig über Deutschdefizite geklagt wird, dann muss man sich ehrlich fragen, was in der Integrationspolitik schiefläuft“, sagt Haimbuchner.

Freiwilliges Angebot ohne zeitliche Begrenzung – FPÖ fordert Umschichtung in Deutschförderung

Der Erstsprachenunterricht ist freiwillig und zeitlich nicht begrenzt. Er kann als Freigegenstand, unverbindliche Übung oder im Teamteaching angeboten werden, ohne verpflichtenden Unterricht zu ersetzen. Das Bildungsministerium verteidigt das Modell und verweist darauf, dass Deutsch weiterhin Unterrichtssprache ist und Erstsprachenunterricht zusätzliche sprachliche Kompetenzen fördern könne.

Haimbuchner und Dim ziehen aus denselben Zahlen einen gegenteiligen politischen Schluss. Sie fordern eine umfassende Evaluierung und Einschränkung des Erstsprachenunterrichts sowie vollständige Transparenz darüber, welche Sprachen an welchen Standorten angeboten werden, wie viele Schüler teilnehmen und welche Kosten jeweils entstehen. Die frei werdenden Mittel sollen nach Vorstellung der FPÖ stärker in Deutschförderung, zusätzliche Förderstunden und kleinere Lerngruppen fließen. „Die Schule muss der Ort sein, an dem Kinder die gemeinsame Sprache dieses Landes sicher erlernen“, betont Haimbuchner. Für Dim steht ebenfalls die Beherrschung der deutschen Sprache im Mittelpunkt: „Jeder Euro, der in der Schule ausgegeben wird, muss den Kindern beim Aufstieg helfen. Der Schlüssel dazu ist Deutsch.“

Die Anfragebeantwortung liefert der FPÖ dabei vor allem bei einem Punkt Argumente: Das Bildungsministerium selbst räumt ein, dass eine detaillierte zentrale Aufschlüsselung des Erstsprachenunterrichts nach Sprachen derzeit nicht möglich ist. Während das Ressort das Angebot pädagogisch verteidigt, sehen Haimbuchner und Dim darin einen weiteren Grund, Finanzierung und Ausgestaltung des Systems grundsätzlich zu überprüfen.