Volles Festzelt, beste Stimmung und klare politische Kampfansagen: Der FPÖ-Heimatherbst in Stadl-Paura wurde am Samstag zum großen Erfolg. Vor mindestens 1.500 Besuchern machten FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl und Oberösterreichs FPÖ-Chef, Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Manfred Haimbuchner, deutlich, wohin die politische Reise gehen soll: 2027 soll Oberösterreich erstmals einen blauen Landeshauptmann bekommen – und auf Bundesebene will Kickl als Volkskanzler die Bundesregierung ablösen.
Ein bis auf den letzten Platz gefülltes Festzelt, ausgelassene Stimmung, kräftiger Applaus und mindestens 1.500 Besucher: Der Marktplatz von Stadl-Paura wurde am Samstag zum Schauplatz eines eindrucksvollen blauen Heimspiels. Schon lange vor den Reden der Spitzenpolitiker herrschte reger Andrang. Blasmusik, Bratwürstel und regionale Schmankerl sorgten für Volksfeststimmung, während heimisches Gemüse direkt vom Traktoranhänger kostenlos an die Besucher verteilt wurde. Auch der traditionelle Messer- und Scherenschleifer war im Dauereinsatz. Als schließlich FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz, Oberösterreichs FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner und Bundesparteiobmann Herbert Kickl die Bühne betraten, war die Begeisterung im Zelt groß. Die Botschaft des Abends war ebenso klar wie selbstbewusst: Die Freiheitlichen wollen bei den kommenden Wahlen nicht nur mitreden, sondern die politische Führung übernehmen.

Haimbuchners klare Ansage: „Wer die stärkste Kraft ist, der stellt den Landeshauptmann“
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Landtagswahl 2027. Haimbuchner machte unmissverständlich deutlich, dass sich die FPÖ nicht länger mit der Rolle des Juniorpartners in der oberösterreichischen Landesregierung zufriedengeben will. Sein Anspruch ist die politische Führungsverantwortung im Land.
„Unser Ziel ist klar: Stärkste Kraft in Oberösterreich. Und wer die stärkste Kraft ist, der stellt den Landeshauptmann. So war das immer, und so wird das auch 2027 sein“, erklärte Haimbuchner unter großem Applaus. Damit gab der Landesparteiobmann die Richtung für das kommende Wahljahr vor: Die FPÖ will Platz eins erreichen und den Anspruch auf das Amt des Landeshauptmanns erheben. Nach Jahren der Zusammenarbeit mit der ÖVP soll sich das politische Kräfteverhältnis in Oberösterreich grundlegend verändern. Als Leitmotiv für die kommenden Monate präsentierte Haimbuchner den Slogan „Heimat braucht Haltung“. Dazu stellte er klar: „Und Haltung heißt: Man fällt nicht um, wenn der Wind von vorne kommt.“
Oberösterreich als Vorbild: Solide Finanzen, Arbeitsplätze und Wohnbau
Haimbuchner nutzte seinen Auftritt auch, um die wirtschaftlichen Leistungen Oberösterreichs hervorzuheben und diese der Politik der Bundesregierung gegenüberzustellen. „Oberösterreich ist das einzige Bundesland in ganz Österreich, das nach den Maastricht-Regeln ein Plus schreibt. Das einzige! Der einfache Trick: Man gibt nicht mehr aus als man hat“, betonte der FPÖ-Landeschef.
Auch die Bedeutung Oberösterreichs als Industrie- und Wirtschaftsstandort hob der oberösterreichische FP-Obmann hervor. Rund 800.000 Menschen würden täglich zur Arbeit gehen, das Bundesland gehöre bei der Beschäftigung zur österreichischen Spitze.
Besonders ausführlich widmete sich Haimbuchner dem Wohnbau und der Eigenheimförderung. Die Ausweitung der Förderung auf Eigentumswohnungen zeige bereits Wirkung. So hätten sich die Anträge für Eigentumswohnungen im ersten Halbjahr verfünffacht.
„Die Häuslbauer sind zurück. Die jungen Familien sind zurück. Die bauen wieder, die kaufen wieder, die glauben wieder an ihre Zukunft“, erklärte Haimbuchner. Für ihn ist die Schaffung von Eigentum nicht nur eine wirtschaftliche Frage, sondern auch eine Frage der Zukunftsperspektiven junger Familien.

Kickl gibt Rückendeckung: „Wir wollen den Spieß umdrehen“
Mit Herbert Kickl erhielt Haimbuchner prominente Unterstützung aus der Bundespolitik. Der FPÖ-Bundesparteiobmann bekräftigte den Anspruch der Freiheitlichen, nach dem Wahlerfolg in der Steiermark auch in Oberösterreich die politische Nummer eins zu werden.
„Nächstes Jahr geht auch Oberösterreich in die Wahl. Unser Ziel ist klar: Wir wollen den Spieß umdrehen und nach dem Vorbild der Steiermark auch in Oberösterreich stärkste Kraft werden“, erklärte Kickl.
Damit machte er deutlich, dass die oberösterreichische Landtagswahl für die Bundes-FPÖ eine zentrale strategische Bedeutung hat. Ein Wahlsieg in Oberösterreich soll weit über die Landesgrenzen hinaus Signalwirkung entfalten.
Landeshauptmann und Volkskanzler: Zwei Ziele, eine politische Richtung
Die zentrale politische Botschaft des Abends ließ keinen Zweifel am Führungsanspruch der Freiheitlichen: Manfred Haimbuchner will 2027 Landeshauptmann von Oberösterreich werden, Herbert Kickl strebt auf Bundesebene das Kanzleramt als Volkskanzler an.
Haimbuchner stellte dabei ausdrücklich den Zusammenhang zwischen der Landtagswahl und der politischen Entwicklung in Wien her. „Die Landtagswahl im nächsten Jahr ist natürlich auch eine Abstimmung über den Bund. Wenn Oberösterreich blau wird, dann zittert man in Wien noch mehr als ohnehin schon. Dann ist das der Anfang vom Ende dieser Verliererkoalition“, erklärte der FPÖ-Landeschef.
Auch Kickl richtete seine Angriffe gegen die Bundesregierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS. Mit Blick auf die nächste Nationalratswahl kündigte er an: „Bei der nächsten Nationalratswahl machen wir der Ampel einen dicken blauen Strich durch die Rechnung. Dann hat es sich ausgeampelt. Die werden hinausgekickelt aus ihren Ämtern.“ Die Freiheitlichen wollen damit aus dem oberösterreichischen Wahljahr 2027 politischen Rückenwind für die nächste Auseinandersetzung auf Bundesebene gewinnen.
Kickl: Teuerung, Sicherheit und Wirtschaft im Mittelpunkt
Neben den Wahlzielen standen auch die alltäglichen Sorgen der Bevölkerung im Mittelpunkt von Kickls Rede. Besonders deutlich kritisierte er die anhaltende finanzielle Belastung vieler Haushalte. „Die Regierung verspricht Entlastung, aber die Menschen spüren nur die Teuerung. Ob Strom, Miete, Tanken oder Lebensmittel – den Österreichern bleibt immer weniger im Börsel“, sagte Kickl.
Auch bei der inneren Sicherheit forderte der freiheitliche Bundesparteiobmann einen politischen Kurswechsel: „Wenn sich die Menschen im eigenen Land nicht mehr sicher fühlen, hat die Politik versagt. Sicherheit ist die erste Pflicht eines Staates – und dieser Verantwortung muss sich die Politik endlich stellen.“ Mit Blick auf die wirtschaftliche Situation warnte Kickl vor Betriebsschließungen, ausbleibenden Investitionen und dem zunehmenden Druck auf Arbeitsplätze. Die Politik müsse wieder die Voraussetzungen schaffen, damit die Menschen Vertrauen in ihre wirtschaftliche Zukunft gewinnen könnten.
Gemeinsamer Aufbruch mit Blick auf 2027
Zum Abschluss schlug Kickl auch persönlichere Töne an und formulierte seine Vorstellungen für die Zukunft Österreichs. „Ich will ein Österreich, in dem die Menschen wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken. In dem das Leben leichter wird, es wieder aufwärts geht und unsere Kinder es einmal besser haben als wir. Genau dieses Morgen ist mein Ziel für Österreich.“ Mit dem Auftritt in Stadl-Paura setzten Haimbuchner und Kickl jedenfalls ein deutliches politisches Signal. Die mindestens 1.500 Besucher, das volle Festzelt und die begeisterte Stimmung boten den Rahmen für einen selbstbewussten Auftakt in die kommenden Wahlauseinandersetzungen.
Die Marschrichtung ist vorgegeben: 2027 soll Haimbuchner Oberösterreichs Landeshauptmann werden. Kickl will als Volkskanzler ins Bundeskanzleramt einziehen. Der freiheitliche Heimatherbst findet am 26. Oktober mit dem traditionellen Neutralitätsfest in Wien seinen Abschluss.











