Durchbruch nach langjährigem Verfahren
Ein jahrelang diskutiertes Infrastrukturprojekt im oberösterreichischen Zentralraum hat einen entscheidenden Durchbruch erzielt: Das Bundesverwaltungsgericht hat den UVP-Bescheid für die neue A1-Anschlussstelle Traun/Haid bestätigt und damit den Weg für die geplante Anbindung an die B139-Umfahrung Haid freigemacht. Die Beschwerden der Bürgerinitiative „Grüngürtel statt Westspange“ wurden – unter Abänderung einzelner Spruchpunkte – abgewiesen, das Verfahren zu den Beschwerden der OÖ Umweltanwaltschaft wurde eingestellt. Der Baustart ist ab 2027 geplant, die Fertigstellung der Umfahrung samt Anschlussstelle soll spätestens 2030 erfolgen.
Nach Jahren intensiver Planungen, Abstimmungen und rechtlicher Verfahren liegt nun ein zentraler Meilenstein für die Umsetzung der A1-Anschlussstelle Traun/Haid und der B139 Neu vor. Bereits Ende Dezember 2023 waren die erstinstanzlichen Genehmigungen erteilt worden, eingebrachte Beschwerden verzögerten jedoch den weiteren Fortschritt erheblich. Erst im Herbst 2025 wurden die Einsprüche gegen die B139-Umfahrung endgültig abgewiesen. Im aktuellen Verfahren standen unter anderem Fragen zu Bodenverbrauch, Flächennutzung und ökologischen Auswirkungen im Mittelpunkt. Mit der nun verkündeten Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts besteht aus Sicht der Projektverantwortlichen die notwendige Rechtssicherheit, um das Großprojekt weiter voranzutreiben.
Landesrat Günther Steinkellner sieht in der Entscheidung einen wichtigen Schritt für die gesamte Region: „Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts ist ein entscheidender Durchbruch für eines der wichtigsten Verkehrsprojekte im Zentralraum. Sie bestätigt den eingeschlagenen Weg und schafft die notwendige Rechtssicherheit für die Umsetzung. Die B139 Neu samt A1-Anschlussstelle ist ein zentraler Baustein, um die Verkehrsströme neu zu ordnen, bestehende Ortskerne spürbar zu entlasten und die Standortqualität der gesamten Region nachhaltig zu stärken. Jetzt gilt es, dieses Projekt zügig in die Umsetzung zu bringen.“ Kritik übt Steinkellner an den langen Verzögerungen durch Einsprüche: „Die Bürgerinitiative sorgt für Verzögerungen und erhöht somit die Kosten deutlich. Jeden Tag stehen bei den Kreisverkehren rund um Haid die Verkehrsteilnehmer im Stau, deshalb braucht es die neue Autobahnanbindung und die Umfahrung. Es kann nicht sein, dass ein paar Wenige, die nicht direkt betroffen sind, ein solch wichtiges Projekt derartig verzögern.“ Im Zuge des Verfahrens zur Umfahrung Haid wurden zusätzliche ökologische Ausgleichsmaßnahmen festgelegt. Dazu zählen unter anderem sogenannte „Kiebitzinseln“, die dem Schutz gefährdeter Vogelarten dienen sollen. Insgesamt sind für die Umfahrung Haid Ausgleichsflächen für Vögel im Ausmaß von rund neun Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche vorgesehen.
Starkes Signal für Ansfelden, Pucking und die Region
Für die Stadt Ansfelden ist die Entscheidung ein bedeutender Schritt. Bürgermeister Christian Partoll spricht von einem „echten Befreiungsschlag“: „Nach Jahren intensiver, oft auch zäher Verhandlungen, detaillierter Planungen und zahlreicher Abstimmungen auf unterschiedlichsten Ebenen ist diese Entscheidung ein starkes Signal und ein echter Befreiungsschlag für unsere Stadt. Dieses Projekt ist nicht nur ein infrastrukturelles Großvorhaben, sondern ein Jahrhundertprojekt mit enormer Bedeutung für die gesamte Region. Es schafft die Grundlage für eine nachhaltige Verkehrsentlastung und eröffnet neue städtebauliche Perspektiven. Es stärkt langfristig die Lebensqualität unserer Bürger. Ich bin überzeugt, dass wir nun auf der Zielgeraden sind und die noch offenen Gespräche mit den Grundeigentümern zeitnah und konstruktiv abschließen können.“
Auch der Puckinger Bürgermeister Thomas Altof begrüßt die Entscheidung. Die künftige Verkehrsführung werde die Verkehrssicherheit deutlich erhöhen, zudem sei die bisherige provisorische Abfahrt in Haid nicht mehr zeitgemäß. Altof betont außerdem die regionale Verantwortung seiner Gemeinde: „Mit der neuen Umfahrung und dem neuen Anschluss an die A1 und A25 wird Straßeninfrastruktur auf unser Gemeindegebiet verlegt. Wir bekennen uns aber zur Verantwortung für die Region und haben kooperativ mit Bund und Land zusammengearbeitet. Bisher hielt die ASFINAG und das Land OÖ ihre Versprechen in puncto Lärmschutz und das erwarten wir auch in Zukunft. Gleichzeitig eröffnet die neue Infrastruktur wichtige Perspektiven für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der beiden Gemeinden.“
Baustart ab 2027 geplant
Die Umsetzung des Projekts soll nun weiter vorbereitet werden. Der Baustart ist für 2027 vorgesehen, die Fertigstellung der neuen Umfahrung samt Anschlussstelle soll bis spätestens 2030 erfolgen. Für Ansfelden ergeben sich durch das Projekt umfassende Entwicklungsmöglichkeiten. Dazu zählen eine bessere Anbindung durch die geplante Regiotram, die Aufwertung des Umfelds rund um Haid Center und IKEA sowie neue Perspektiven für die Neugestaltung des Stadtzentrums von Haid. Gleichzeitig wird eine deutliche Entlastung bestehender Verkehrsachsen erwartet, insbesondere der Traunuferstraße. Auch Pucking sieht durch die neue Infrastruktur wichtige Chancen. Neben dringend benötigten Möglichkeiten für ein neues Betriebsgebiet soll auch die Nähe zur künftigen Regiotram die Anbindung im öffentlichen Verkehr verbessern. Durch die leistungsfähigere Straßenverbindung soll zudem der Ausweichverkehr bei Stau auf der B139 über bestehende Verbindungen wie Hasenufer verringert werden.