Automatisierte Busse: Oberösterreich will Mobilität der Zukunft rasch in die Praxis bringen

Oberösterreich als Vorreiter bei automatisierter Mobilität

Automatisierte Mobilität soll in Österreich den nächsten großen Schritt machen: weg vom reinen Forschungsprojekt, hin zu einem erweiterten Testbetrieb im öffentlichen Straßenverkehr. Der große Neuwert liegt darin, dass fahrerlose Busse künftig unter Aufsicht nicht nur technisch erprobt, sondern im realen Linienbetrieb eingesetzt werden sollen. Besonders im ländlichen Raum könnten automatisierte Busse helfen, bestehende Angebote zu ergänzen und die sogenannte letzte Meile zu schließen – also die Verbindung von Bahnhöfen, Siedlungsräumen und wichtigen Verkehrsknotenpunkten. Für Oberösterreich sieht Infrastruktur-Landesrat Mag. Günther Steinkellner darin eine große Chance: „Der Übergang vom Forschungsstadium in den erweiterten Testbetrieb ist ein notwendiger Schritt. Jetzt geht es darum, dass automatisierte Mobilität nicht auf dem Papier bleibt, sondern konkret bei den Menschen ankommt.“

Die vom Bund angekündigten nächsten Schritte im Bereich automatisierter Mobilität werden in Oberösterreich grundsätzlich positiv bewertet. Verkehrsminister Peter Hanke will den gesetzlichen Rahmen für den erweiterten Testbetrieb von automatisiertem Fahren anpassen. Damit sollen fahrerlose Busse unter Aufsicht im öffentlichen Straßenverkehr getestet werden dürfen. Auch der automatische Spurwechsel auf Autobahnen und Schnellstraßen soll künftig im Regelbetrieb möglich werden. Für Steinkellner ist dabei entscheidend, dass die neuen Möglichkeiten rasch in konkrete Anwendungen überführt werden. Oberösterreich wolle nicht nur zuschauen, sondern aktiv zeigen, wie automatisierte Mobilität im Alltag funktionieren kann.

Forschung, Infrastruktur und Verkehrsbetriebe verbinden – Oberösterreich geht den Weg konsequent weiter

Mit ROBERTA will Oberösterreich zeigen, wie Innovation aus Forschung und Entwicklung in den Alltag gebracht werden kann. Die Pilotregion soll technische, organisatorische und rechtliche Erkenntnisse liefern, die später für einen dauerhaften Einsatz automatisierter Busse im öffentlichen Verkehr genutzt werden können. „Oberösterreich zeigt, wie Innovation in die Praxis gebracht wird. Wir verbinden Forschung, Infrastruktur und Verkehrsbetriebe, um konkrete Lösungen für den Alltag zu entwickeln“, sagt Steinkellner. Damit positioniert sich das Bundesland als Vorreiter bei einer Technologie, die in Zukunft ein wichtiger Baustein für moderne, flexible und nachhaltige Mobilität werden könnte. Für Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner ist klar, dass automatisierte Mobilität nicht nur ein Zukunftsthema bleiben darf. Entscheidend sei, dass die Technologie dort ankommt, wo sie den Menschen konkret hilft: bei täglichen Wegen zur Arbeit, zur Ausbildung, zum Bahnhof oder zu regionalen Verkehrsknoten. „Oberösterreich wird diesen Weg konsequent weitergehen und seine Rolle als Vorreiter im Bereich automatisierter Mobilität weiter ausbauen“, hält Steinkellner fest.

Letzte Meile als Schlüssel für den ländlichen Raum

Besonders großes Potenzial sieht Steinkellner im öffentlichen Verkehr außerhalb der Ballungsräume. Gerade dort, wo klassische Linienangebote an wirtschaftliche und organisatorische Grenzen stoßen, könnten automatisierte Systeme künftig eine wichtige Ergänzung darstellen. „Automatisierte Systeme können helfen, bestehende Angebote zu ergänzen und die Mobilität langfristig abzusichern. Ein zentraler Ansatz ist dabei die sogenannte letzte Meile – also die Anbindung von Siedlungsräumen an Regionalbahnen und wichtige Verkehrsknotenpunkte. Hier können automatisierte Busse eine entscheidende Lücke schließen“, betont Steinkellner. Damit geht es nicht darum, bestehende Verkehrssysteme zu ersetzen, sondern sie intelligenter zu verknüpfen. Wer künftig mit der Bahn ankommt, soll einfacher und verlässlicher zu Bildungseinrichtungen, Arbeitsplätzen oder Wohngebieten weiterkommen.

Pilotstrecke zwischen Pregarten und Hagenberg

Eine zentrale Rolle spielt dabei das Leitprojekt ROBERTA – „Real wOrld automated Bus opERaTion Austria“. In mehreren Modellregionen Österreichs sollen hochautomatisierte Busse im echten Linienbetrieb unter realen Bedingungen getestet und wissenschaftlich begleitet werden. In Oberösterreich ist die Verbindung zwischen Pregarten und Hagenberg als Pilotregion vorgesehen. Konkret geht es um eine rund zehn Kilometer lange Strecke vom Bahnhof Pregarten zum Softwarepark Hagenberg, zur Fachhochschule Oberösterreich und zum Agrarbildungszentrum Hagenberg. Damit soll genau jene letzte Meile geschlossen werden, die für viele Pendlerinnen und Pendler, Studierende und Beschäftigte entscheidend ist. Gerade der stark wachsende Bildungs- und Wirtschaftsstandort Hagenberg zeigt, warum neue Mobilitätslösungen notwendig sind. Die automatisierte Busverbindung könnte hier ein praktisches Beispiel dafür werden, wie moderne Technologie den öffentlichen Verkehr gezielt ergänzt.

Blick nach Deutschland als Orientierung – Sicherheit bleibt oberste Priorität

Steinkellner verweist auch auf Deutschland, wo bereits ein weitergehender Rechtsrahmen für automatisierte Mobilität geschaffen wurde. Dort ist es möglich, dass ein Operator mehrere Fahrzeuge aus einer Zentrale überwacht und steuert. „In Deutschland ist es schon möglich, dass ein Operator mehrere Fahrzeuge aus einer Zentrale heraus überwacht und steuert. Genau in diese Richtung muss sich auch Österreich weiterentwickeln, um die Technologie effizient und wirtschaftlich einsetzen zu können“, so Steinkellner. Für den dauerhaften Einsatz automatisierter Busse wird es daher nicht nur auf die Technik ankommen, sondern auch auf klare rechtliche Rahmenbedingungen. Fragen der Haftung, der gewerblichen Nutzung und des Flottenbetriebs müssen so geregelt werden, dass sichere und wirtschaftliche Anwendungen möglich sind.

Trotz aller Innovationsfreude stellt Steinkellner klar, dass Sicherheit an erster Stelle stehen muss. Automatisierte Mobilität könne nur dann Akzeptanz finden, wenn sie zuverlässig funktioniert und klare Regeln gelten. „Oberste Priorität hat die Sicherheit. Gleichzeitig müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass Innovation möglich ist und nicht durch überbordende Bürokratie ausgebremst wird“, hält der Landesrat fest. Genau darin liegt die Herausforderung der kommenden Jahre: Österreich muss einen Rahmen schaffen, der neue Technologien zulässt, ohne bei der Sicherheit Abstriche zu machen.