Sprachprobleme an Oberösterreichs Volksschulen verschärfen Integrationsdebatte: FPÖ fordert strengere Maßnahmen und klare Deutschpflicht

Aktuelle Zahlen zeigen deutlich die zunehmenden Herausforderungen an Oberösterreichs Volksschulen. Laut den veröffentlichten Zahlen steigt die Zahl jener Kinder, die dem Unterricht aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse nicht ausreichend folgen können, weiter an. Im aktuellen Schuljahr sind es in Oberösterreich insgesamt 8.324 Kinder mit Deutschförderbedarf. 90 Prozent davon sind in einer Volksschule. Besonders betroffen sind Ballungsräume und Schulen mit hohem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund. Lehrer berichten dabei zunehmend von Situationen, in denen grundlegende Sprachvermittlung einen erheblichen Teil des Unterrichts einnimmt und dadurch der reguläre Lehrstoff nur eingeschränkt vermittelt werden kann.

Die Problematik reicht dabei weit über einzelne Schulen hinaus: Fehlende Deutschkenntnisse erschweren nicht nur die schulische Integration der betroffenen Kinder, sondern wirken sich auch auf den gesamten Unterricht und den Lernerfolg aller Schüler aus. Bildungsexperten warnen seit Jahren davor, dass mangelnde Sprachkompetenz bereits in der Volksschule zu langfristigen Bildungsnachteilen führen kann. Gleichzeitig wird die Diskussion intensiver, welche Verantwortung Eltern, Schulen und Staat jeweils tragen und wie früh verpflichtende Sprachförderung einsetzen soll.

36 Prozent mit österreichischer Staatsbürgerschaft: Sprachdefizite in Volksschulen zeigen Integrationsproblematik

Vor diesem Hintergrund äußerten sich nun auch FPÖ-Bildungssprecherin Stefanie Hofmann und FPÖ-Klubobmann Thomas Dim zur aktuellen Entwicklung. „In Oberösterreich gibt es rund 7.300 ‚außerordentliche‘ Volksschüler – also Kinder, die dem Unterricht auf Deutsch nicht ausreichend folgen können. Besonders alarmierend: 36 Prozent von ihnen besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft und sind teilweise sogar hier geboren“, stellen Hofmann und Dim klar. „Staatsbürgerschaft allein ersetzt keine gelungene Integration.“

Eltern in der Pflicht: Kinder müssen Deutsch lernen – FPÖ nimmt Lehrer in Schutz

Die beiden Freiheitlichen sehen vor allem die Eltern in der Verantwortung: „Es ist dringend notwendig, die Eltern in die Pflicht zu nehmen: Sie sind dafür verantwortlich, dass ihre Kinder die Landessprache lernen – nicht die Lehrkräfte“, nehmen Hofmann und Dim ausdrücklich die Lehrer in Schutz. Diese müssten immer häufiger zuerst Sprachprobleme lösen, bevor normaler Unterricht überhaupt möglich sei. „Das ist fatal – für die betroffenen Kinder, aber auch für den Bildungserfolg aller anderen Schüler.“ Die Aussagen greifen damit eine Debatte auf, die derzeit österreichweit geführt wird: Lehrerverbände und Schuldirektionen weisen seit längerem darauf hin, dass fehlende Sprachkenntnisse den Unterrichtsalltag massiv erschweren und zusätzliche Ressourcen notwendig machen.

Staatsbürgerschaft: Verschärfung gefordert

„Zudem ist ebenso klar: Die Staatsbürgerschaftsregeln müssen verschärft werden. Es kann nicht sein, dass Volksschüler mit österreichischer Staatsbürgerschaft kein Deutsch sprechen“, fordern die beiden Freiheitlichen. Besonders kritisch sehen Hofmann und Dim auch Berichte aus einer Volksschule, wonach eine Englischstunde teilweise auf Türkisch abgehalten worden sein soll: „Das kann nicht das Ziel des bundesgesetzlich vorgesehenen Erstsprachenunterricht sein. Integration ist eine Bringschuld – und die gemeinsame Sprache in unseren Schulen muss Deutsch sein.“

 Forderungen der FPÖ Oberösterreich

Die FPÖ Oberösterreich fordert daher:

  • Deutschkenntnisse vor Schuleintritt,
  • konsequente Deutschförderklassen,
  • Deutsch als klare Schulsprache – auch in den Pausen,
  • spürbare Maßnahmen, wenn Eltern nicht kooperieren,
  • eine Verschärfung der Regeln zum Erwerb der Staatsbürgerschaft.