Freiheitliche Bauernschaft OÖ stellt sich hinter Forderungen des Bündnis Zukunft Landwirtschaft – ÖVP-Bauernbund betreibt scheinheilige Doppelstrategie
Am 1. April rollten hunderte Traktoren durch die Wiener Innenstadt. Hintergrund der Großdemonstration des Bündnisses Zukunft Landwirtschaft war die massive Unzufriedenheit vieler Bäuerinnen und Bauern mit den aktuellen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft. Konkret richtete sich der Protest gegen fehlende verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln, gegen zunehmende Bürokratie und Auflagen, gegen steigende Betriebskosten sowie gegen die fehlende Planungssicherheit und Zukunftsperspektive für heimische landwirtschaftliche Betriebe. Tausende Bauern aus ganz Österreich folgten diesem Ruf und machten mit ihrem Protest auf ihre existenzielle Lage aufmerksam.
Die Freiheitliche Bauernschaft Oberösterreich stellt sich uneingeschränkt hinter diesen Protest und hinter die berechtigten Forderungen nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung, nach spürbarem Bürokratieabbau und nach echten Zukunftsperspektiven für die junge Landwirtschaft. DI Dr. Arthur Kroismayr, Obmann der Freiheitlichen Bauernschaft Oberösterreich: „Die Lage auf unseren Höfen ist ernst. Explodierende Betriebskosten, sinkende Erzeugerpreise und ein Bürokratiewahnsinn, der die Bauern mehr Zeit im Büro als am Feld verbringen lässt – das ist alles nicht länger hinnehmbar.“
Bauernbund demonstriert gegen die eigene Regierung
Was Kroismayr besonders stört, ist die Rolle des ÖVP-Bauernbundes bei der gestrigen Demonstration: „Der Bauernbund marschiert bei einer Protestaktion mit, die sich im Kern gegen genau jene Politik richtet, die dessen eigene Partei seit Jahrzehnten verantwortet. Die ÖVP stellt mit Christian Stocker den Bundeskanzler und mit Norbert Totschnig den Landwirtschaftsminister. Der Bauernbund ist keine unabhängige Bauernvertretung – er ist die ÖVP. Und die ÖVP ist die Regierung. Wer also regiert, der soll handeln und nicht so tun, als wäre er Zaungast bei der eigenen Misswirtschaft.“ Dass sich Bauernbund-Präsident Georg Strasser und Minister Totschnig solidarisch mit den Demonstranten erklärten und die Forderungen als „völlig berechtigt“ bezeichneten, ist für Kroismayr nichts als ein durchsichtiges Manöver: „Wenn der Landwirtschaftsminister die Forderungen der Bauern für berechtigt hält, warum setzt er sie dann nicht einfach um? Er sitzt am Hebel, nicht auf dem Traktor. Und wenn Strasser zum Schulterschluss aufruft, dann frage ich mich: Schulterschluss mit wem? Mit sich selbst? Der Bauernbund hat in Österreich die Agrarpolitik über Jahrzehnte dominiert. Die Ergebnisse sehen wir jetzt: Bauern gehen auf die Straße, weil sie am Limit sind.“
Forderung: Endlich Taten statt Worte
Kroismayr abschließend: „Die gestrige Demonstration war ein starkes und wichtiges Signal der bäuerlichen Basis. Diese Bauern sind nicht auf die Straße gegangen, weil ihnen langweilig war, sondern weil sie um ihre Existenz kämpfen. Die Forderungen liegen seit Jahren auf dem Tisch – manche seit über 25 Jahren, wie die Herkunftskennzeichnung. Es sind genug Sonntagsreden gehalten worden und wir Bauern brauchen auch keine Solidaritätsbekundungen von jenen, die das Problem verursacht haben. Wir brauchen Taten. Und die kann der Bauernbund sofort liefern – er muss nur seine eigene Regierung in die Pflicht nehmen. Alles andere ist scheinheilige Inszenierung auf dem Rücken der Bauern.“