Die neue Kriminalitätsstatistik sorgt auch in Oberösterreich für politische Diskussionen. Zwar ist die Zahl der angezeigten Straftaten im Bundesland im Jahr 2025 leicht auf 66.784 Delikte zurückgegangen, zugleich blieb die Lage aus Sicht der FPÖ Oberösterreich aber angespannt. Besonders der hohe Anteil ausländischer Tatverdächtiger und die Entwicklung bei jungen Tätern stehen für Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner im Mittelpunkt. In Oberösterreich lag die Aufklärungsquote bei 60,7 Prozent, die Zahl der ausgeforschten Tatverdächtigen bei 48.771, der Anteil fremder Tatverdächtiger erreichte mit 42,9 Prozent einen neuen Höchstwert.
Haimbuchner spricht angesichts der bundesweiten Entwicklung von einem klaren Warnsignal. Auf Österreich-Ebene wurden 538.656 Anzeigen registriert, darunter 164.573 ausländische Tatverdächtige, was 47,7 Prozent entspricht. Besonders auffällig sei laut Innenministerium der Anstieg syrischer Tatverdächtiger. Für Haimbuchner ist das Ausdruck einer politischen Fehlentwicklung: „Wenn mittlerweile nahezu jeder zweite Tatverdächtige kein österreichischer Staatsbürger ist und gleichzeitig die Jugendkriminalität massiv ansteigt, dann ist das das Ergebnis einer völlig verfehlten Asyl- und Willkommenspolitik der letzten Jahre.“
Gerade in Oberösterreich zeigt sich für die Freiheitlichen ein zweigeteiltes Bild: Einerseits verweisen Polizei und Landeskriminalamt auf eine im Bundesländervergleich starke Aufklärungsquote und insgesamt leicht sinkende Anzeigenzahlen, andererseits sieht die FPÖ in den Detailzahlen eine strukturelle Verschärfung. Haimbuchner argumentiert, dass sich Probleme nicht entschärfen, sondern „weiter verfestigen“. Die Statistik zeige aus seiner Sicht „schwarz auf weiß“, dass vor allem bei Jugendkriminalität und importierten Kriminalitätsproblemen entschlossener gehandelt werden müsse.
Alarmierende Entwicklung bei Jugendkriminalität
Besonders alarmierend ist für Haimbuchner die Entwicklung bei den 10- bis 14-Jährigen. Laut Bundesdaten haben sich die Anzeigen in dieser Altersgruppe seit 2021 fast verdoppelt; 51,3 Prozent der Tatverdächtigen in dieser Gruppe sind ausländische Staatsbürger, darunter auffällig viele Syrer. Die FPÖ Oberösterreich hatte bereits Anfang 2026 darauf hingewiesen, dass sich die Anzeigen gegen unter 14-Jährige seit 2015 auf mehr als 12.000 Fälle verdoppelt hätten. Haimbuchner leitet daraus einen klaren politischen Auftrag ab: „Wir benötigen angesichts dieser Fakten einen konsequenten Kurswechsel in der Sicherheits- und Asylpolitik.“
„Wer alt genug ist, das Unrecht seiner Tat zu erkennen, muss auch mit klaren Folgen rechnen.“
Im Zentrum seiner Forderungen stehen daher härtere Maßnahmen gegen jugendliche Intensivtäter. Haimbuchner verlangt, dass der Gesetzgeber die rechtlichen Rahmenbedingungen an die Realität auf den Straßen anpasst. Aus seiner Sicht sei insbesondere die Möglichkeit einer geschlossenen Unterbringung in besonders schweren Fällen überfällig. Wörtlich sagt er: „Wer alt genug ist, das Unrecht seiner Tat zu erkennen, muss auch mit klaren Folgen rechnen.“ Es gehe dabei nicht darum, alle Jugendlichen unter Generalverdacht zu stellen, sondern gezielt gegen jene vorzugehen, die sich wiederholt dem Rechtsstaat entziehen. Für diese „Problem-Jugendlichen“ seien „klare Regeln und Sanktionen überfällig“.
Mit Blick auf Oberösterreich bedeutet das für die FPÖ, dass ein Rückgang der Gesamtanzeigen allein kein Grund zur Entwarnung ist. Aus ihrer Sicht zählt nicht nur die Gesamtzahl der Straftaten, sondern auch, wer Straftaten begeht, wie jung die Täter sind und ob der Staat darauf wirksam reagieren kann. Gerade weil Oberösterreich mit einer starken Polizeiarbeit und einer hohen Aufklärungsquote im Bundesvergleich gut dastehe, dürfe die Politik die tieferliegenden Ursachen nicht ignorieren. Deutlich fällt auch Haimbuchners Lob an die Exekutive aus. Die Polizistinnen und Polizisten würden unter schwierigen Bedingungen tagtäglich enorme Arbeit leisten. „Unsere Polizisten leisten tagtäglich Enormes. Sie halten unser Land trotz wachsender Herausforderungen sicher und verdienen dafür nicht nur Anerkennung, sondern auch endlich politische Rückendeckung“, so Haimbuchner. Zugleich schiebt er die Verantwortung klar der Bundespolitik zu: „Die Statistik zeigt, dass nicht die Polizei versagt – versagt hat eine Politik, die Probleme zu lange schöngeredet hat.“
Haimbuchner für konsequentere Linie in Migrationspolitik
Neben strengeren Maßnahmen gegen junge Intensivtäter fordert Haimbuchner auch eine konsequentere Linie in der Migrationspolitik. Bei Straftaten durch nicht-österreichische Täter brauche es nach seiner Ansicht konsequentere Abschiebungen und ein deutlich entschlosseneres Vorgehen des Staates. Sicherheit sei, so Haimbuchner, „kein Nebenthema, sondern eine Grundvoraussetzung für Freiheit, Ordnung und Zusammenhalt in unserem Land.“ Für Oberösterreich ergibt sich daraus ein klarer politischer Konflikt: Während die Sicherheitsbehörden auf gute Aufklärungswerte und leicht sinkende Deliktszahlen verweisen, sieht die FPÖ in der Zusammensetzung der Tätergruppen und in der Entwicklung der Jugendkriminalität eine tiefere Fehlentwicklung. Haimbuchner macht daher deutlich, dass seine Partei auf einem härteren sicherheits- und asylpolitischen Kurs beharren wird. Die zentrale Botschaft lautet: Oberösterreich brauche nicht nur eine starke Polizei, sondern auch einen Staat, der Kriminalität früh, klar und konsequent beantworte
.