Trotz gestiegener Baukosten wird die A 26 konsequent weiter umgesetzt – Zweiter Bauabschnitt bereits gestartet – Verkehrsentlastung für Linz und bessere Anbindung des Mühlviertels bleiben zentrale Ziele
Die A 26 Linzer Autobahn zählt zu den bedeutendsten Verkehrsinfrastrukturprojekten Oberösterreichs. Mit dem Start des zweiten Bauabschnitts im Sommer 2026 wurde ein weiterer wichtiger Schritt zur Verbesserung der Verkehrssituation im Großraum Linz gesetzt. Die nun bekannt gewordene Anpassung der Kostenprognose auf rund 1,3 Milliarden Euro stellt die Projektverantwortlichen vor zusätzliche finanzielle Herausforderungen. Für Verkehrslandesrat Günther Steinkellner steht jedoch fest, dass die langfristigen verkehrlichen Zielsetzungen des Projekts unverändert bleiben.
„Bei einem Infrastrukturprojekt dieser Größenordnung müssen die Kostenentwicklung und die wirtschaftliche Umsetzung genau im Blick behalten werden. Die Preisentwicklung der vergangenen Jahre und geänderte gesetzliche Vorgaben haben die Rahmenbedingungen deutlich verändert. Umso wichtiger ist es, die Umsetzung weiterhin verantwortungsvoll zu begleiten und die verfügbaren Mittel effizient einzusetzen“, erklärt Verkehrslandesrat Mag. Günther Steinkellner. Die aktuelle Kostenprognose der ASFINAG liegt bei 1,295 Milliarden Euro und damit um 115 Millionen Euro über der Kalkulation aus dem Jahr 2023. Wesentliche Ursachen sind die gestiegenen Bau- und Materialpreise sowie zusätzliche Anforderungen bei der Behandlung und Entsorgung des Tunnelausbruchmaterials. Auch höhere Aufwendungen für Lärmschutzmaßnahmen fließen in die aktualisierte Berechnung ein.
Langfristige Verkehrsentlastung bleibt entscheidendes Ziel
Die A 26 soll künftig eine leistungsfähige Verbindung zwischen dem Mühlviertel und dem Linzer Stadtgebiet schaffen. Insbesondere für die zahlreichen Pendlerinnen und Pendler, die täglich auf eine funktionierende Straßeninfrastruktur angewiesen sind, ist eine Verbesserung der Verkehrsverbindungen von großer Bedeutung. Nach vollständiger Fertigstellung wird eine Entlastung des Linzer Stadtverkehrs um rund acht Prozent prognostiziert. Damit soll nicht nur der Verkehrsfluss verbessert, sondern auch das bestehende Straßennetz entlastet werden. Das Land Oberösterreich steht daher weiterhin hinter der Umsetzung dieses wichtigen Infrastrukturvorhabens. Auch angesichts der wirtschaftlich herausfordernden Rahmenbedingungen bleibt die Weiterentwicklung einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur ein wesentliches Anliegen der oberösterreichischen Landespolitik. Investitionen in die Verkehrsanbindung sichern langfristig die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, stärken den Wirtschaftsstandort und verbessern die Mobilität der Bevölkerung.
Tunnelbau als technisch anspruchsvoller Meilenstein
Mit dem zweiten Bauabschnitt, der den Freinbergtunnel und die Unterflurtrasse Waldeggstraße umfasst, befindet sich das Projekt nun in einer besonders anspruchsvollen Bauphase. Der Tunnelvortrieb soll noch im Jahr 2026 beginnen. Von den insgesamt 4,7 Kilometern der A 26 werden rund vier Kilometer unterirdisch geführt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf einer möglichst verträglichen Abwicklung der Bauarbeiten. So sollen rund 500.000 Kubikmeter Ausbruchmaterial überwiegend über die Donau per Schiff abtransportiert werden. Dadurch können etwa 75.000 zusätzliche Lkw-Fahrten durch das Linzer Stadtgebiet vermieden werden. Auch während der Bauphase sollen auf der Waldeggstraße weiterhin vier Fahrspuren zur Verfügung stehen.
Verantwortungsvolle Umsetzung und langfristiger Nutzen
Die Kostenentwicklung unterstreicht die Notwendigkeit einer laufenden wirtschaftlichen Begleitung großer Infrastrukturprojekte. Gerade bei komplexen Tunnelbauvorhaben müssen technische Herausforderungen, gesetzliche Anforderungen und wirtschaftliche Entwicklungen berücksichtigt werden. Das Land Oberösterreich beteiligt sich entsprechend dem vereinbarten Finanzierungsschlüssel mit zehn Prozent an den Projektkosten. Die ASFINAG übernimmt 85 Prozent, die Stadt Linz fünf Prozent. Die aktuelle Kostenanpassung bedeutet damit auch zusätzliche finanzielle Belastungen für die öffentlichen Projektpartner.
Für Verkehrslandesrat Steinkellner ist deshalb entscheidend, dass die weitere Umsetzung mit besonderem Augenmerk auf Wirtschaftlichkeit, Kostentransparenz und dem langfristigen verkehrlichen Nutzen erfolgt.
Die Teilverkehrsfreigabe des zweiten Bauabschnitts ist für das Jahr 2032 vorgesehen. Der abschließende dritte Abschnitt mit der Westbrücke soll zwischen 2033 und 2035 realisiert werden. Mit der vollständigen Fertigstellung soll die A 26 ihre volle verkehrsentlastende Wirkung entfalten und einen nachhaltigen Beitrag zur Mobilität und Standortqualität Oberösterreichs leisten.
