Luft- und Raumfahrt-Cluster für Oberösterreich soll neuen Wachstumsschub bringen

FPÖ präsentiert Konzept für Industrie, Forschung und Ausbildung – Industrie unter Druck, neue Perspektiven gesucht

Mit dem Aufbau eines Luft- und Raumfahrt-Clusters will die FPÖ Oberösterreich einen neuen wirtschaftlichen Schwerpunkt im Land setzen. Ziel sei es, Industrie, Forschung, Ausbildung, Testinfrastruktur und Start-ups stärker zu vernetzen und damit den Standort Oberösterreich langfristig abzusichern. Eine zentrale Rolle soll dabei die Stadt Wels einnehmen, die aus Sicht der Initiatoren besonders gute Voraussetzungen für Ausbildung, Forschung und praktische Erprobung mitbringt. 

FPÖ-Landesparteiobmann, Landeshauptmann-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner und der Welser FPÖ-Bürgermeister Dr. Andreas Rabl sehen vor allem angesichts des wirtschaftlichen Drucks auf die heimische Industrie dringenden Handlungsbedarf. „Die oberösterreichische Industrie ist merkbar unter Druck, mit einer neuen Schwerpunktsetzung in einer absoluten Zukunftsbranche sollen neue Geschäftsfelder erschlossen und neue Märkte eröffnet werden. Dafür ist ein starker Impuls des Landes Oberösterreichs im Bereich Ausbildung, Forschung, Entwicklung und Förderungen notwendig“, betont Haimbuchner.

Die Ausgangslage sei klar, so Haimbuchner in der gemeinsamen Pressekonferenz Rabl: Oberösterreich verfüge zwar über eine starke industrielle Basis, eine breite Forschungslandschaft und bereits bestehende Kompetenzen im Luft- und Raumfahrtbereich, gleichzeitig stehe der Standort aber unter erheblichem Druck. Gestiegene Lohnstückkosten, Bürokratie, fehlende Planbarkeit und die angespannte Lage in der Automobilzulieferindustrie würden Investitionen erschweren und Arbeitsplätze gefährden. Vor diesem Hintergrund soll der geplante Cluster als neues Leuchtturmprojekt dienen. Haimbuchner formuliert das deutlich: „Wenn wir jetzt nicht handeln, riskieren wir, dass Oberösterreich als Industriestandort an Substanz verliert. Es reicht nicht mehr, bestehende Strukturen zu verwalten, wir müssen in Zukunftsfelder wie Luft- und Raumfahrt einsteigen und damit neue industrielle Perspektiven schaffen. Wer Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Land halten will, muss heute den Mut haben, neue Wege zu gehen.“

Wels soll Ausbildungs- und Forschungsstandort werden

Ein zentrales Element des Konzepts ist ein neuer spezialisierter Ausbildungslehrgang im Bereich Luft- und Raumfahrt an der Fachhochschule Wels. Dort soll ein FH-Master für Luft- und Raumfahrttechnologie entstehen, der bestehende Kompetenzen in Bereichen wie Leichtbau, Werkstofftechnik, Automatisierung und Verfahrenstechnik bündelt. Auch die Nähe zum Flugplatz Wels wird als Standortvorteil hervorgehoben. Der Welser Bürgermeister Andreas Rabl spricht sich klar für diese Schwerpunktsetzung aus: „Ein Luft- und Raumfahrt-Cluster in Oberösterreich muss eng mit einem neuen spezialisierten Ausbildungslehrgang ‚Aeronautic‘ an der Fachhochschule Wels verknüpft sein. Daneben braucht es ein hochspezialisiertes Kompetenz- und Forschungszentrum sowie geeignete Testgelände. Diese Voraussetzungen liegen in Oberösterreich optimal vor.“

Vier Bausteine für die Umsetzung

Das präsentierte Konzept ruht auf vier zentralen Säulen: einer spezialisierten Ausbildung samt Grundlagenforschung, einer Test- und Demonstrationsumgebung etwa in Wels und Hörsching, einer Industrieplattform mit Start-up-Ökosystem sowie einer Förderlandschaft für Forschung, Entwicklung und Zertifizierungsprozesse. Zusätzlich wird vorgeschlagen, auch Mittel aus Gegengeschäften im Zusammenhang mit Rüstungsankäufen als Anschubfinanzierung nutzbar zu machen. Darüber hinaus sind vier neue Professuren vorgesehen, unter anderem für Aerostructures, Aerospace Materials, automatisierte Fertigung und nachhaltige Luftfahrt. Ergänzt werden soll das durch neue Anlagen für Materialverarbeitung, Bauteilprüfung und alternative Treibstoffe. Die Investitionen dafür werden mit rund zehn Millionen Euro einmalig und etwa 1,2 Millionen Euro jährlich für Personal beziffert.

 Wirtschaftlicher Impuls für das ganze Land – Gemeinsames Ziel: Oberösterreich strategisch stärken

Rabl sieht in dem Projekt weit mehr als nur ein Ausbildungsangebot. „Von einem neuen Luft- und Raumfahrtcluster kann ein wirtschaftlicher Impuls für das ganze Land ausgehen. Die strategische Schwerpunktsetzung in Zukunftstechnologien ist notwendig, um Oberösterreich als Industriebundesland abzusichern“, so der Welser Bürgermeister. Nach Vorstellung der Initiatoren soll der Cluster nicht nur bestehende Unternehmen stärken, sondern auch neue Betriebe und Start-ups anziehen. Vor allem durch die engere Verzahnung von Ausbildung, Forschung und Industrie soll ein innovationsorientiertes Umfeld entstehen, das neue Märkte erschließt und hochwertige Arbeitsplätze sichert. Auch der Flughafen Hörsching wird dabei als wichtiger Standort für Know-how-Transfer zwischen militärischer Kompetenz, Wirtschaft und Forschung genannt.

Zum Abschluss betonen Haimbuchner und Rabl die gemeinsame Stoßrichtung des Projekts. „Wels hat alle Voraussetzungen, um in der Luft- und Raumfahrt ganz vorne mitzuspielen. Entscheidend ist, dass wir diese Stärken jetzt konsequent bündeln und strategisch ausbauen. Wenn es uns gelingt, Innovation, Ausbildung und Industrie enger zu verzahnen, können wir nicht nur neue Wachstumschancen erschließen, sondern auch den gesamten Wirtschaftsstandort Oberösterreich nachhaltig stärken“, erklären beide unisono.

Mit dem vorgeschlagenen Luft- und Raumfahrt-Cluster will die FPÖ Oberösterreich damit ein klares industriepolitisches Signal setzen: weg von bloßer Standortverwaltung, hin zu einer aktiven Strategie für Zukunftstechnologien, Forschung und industrielle Wertschöpfung im eigenen Bundesland.