ROBERTA bringt automatisierte Busse erstmals in den regulären Linienverkehr

Österreichweites Leitprojekt startet Realbetrieb in vier Bundesländern

Mit dem Projekt ROBERTA Real World Automated Bus opERaTion Austria startet Österreich in eine neue Phase des automatisierten Fahrens im öffentlichen Verkehr. „Erstmals werden hochautomatisierte Busse mit über acht Sitzplätzen im regulären Linienbetrieb eingesetzt und wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es, die technologischen, organisatorischen und rechtlichen Grundlagen für einen dauerhaften Einsatz im öffentlichen Verkehr zu schaffen“, Infrastruktur-Landesrat Mag. Günther Steinkellner gemeinsam mit Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner und den zuständigen Verkehrsminister hervor. In Oberösterreich liegt eine der vier Pilotregionen Hagenberg und Pregarten. Konkret geplant ist eine rund zehn Kilometer lange Last-Mile-Verbindung vom Bahnhof Pregarten zum Softwarepark Hagenberg, zur FH Oberösterreich und zum Agrarbildungszentrum Hagenberg mit den Wilhelm Welser Verkehrsbetrieben.

Im Zentrum von ROBERTA steht die Entwicklung von Grundlagen für den realen Einsatz hochautomatisierter Busse (Level-4-Automatisierung mit ausgebildetem Sicherheitspersonal) sowie die Entwicklung von Systemen zur Fernüberwachung, angepasst an die österreichischen Rahmenbedingungen. Damit leistet ROBERTA einen evidenzbasierten Beitrag zur Weiterentwicklung der AutomatFahrVO in Österreich.Das Projekt startet im Februar 2026 und läuft bis 31. Jänner 2030. Im ersten Projektjahr werden sämtliche Rahmenbedingungen für den Realbetrieb erarbeitet und die betriebsnotwendigen Vorbereitungen umgesetzt. Der Pilotbetrieb in Oberösterreich, Tirol, der Steiermark und Kärnten beginnt im vierten Quartal 2027 oder im ersten Quartal 2028. Die Busse werden jeweils ein Jahr lang auf Strecken von zehn bis zwanzig Kilometern im regulären Linienbetrieb unterwegs sein. Im Anschluss werden alle Daten und Projektergebnisse umfassend evaluiert. Untersucht wird, wie technische Systeme, Betriebsprozesse, Personalmodelle und rechtliche Rahmenbedingungen optimal zusammenspielen müssen, um automatisierte Fahrzeuge dauerhaft in den öffentlichen Verkehr zu integrieren. Die Erkenntnisse bilden die Grundlage für einen späteren breiteren Einsatz.

Steinkellner betont die europaweite Bedeutung des Projekts: „Das Forscherteam der FH Oberösterreich legt die Grundlage für die Integration hochautomatisierter Busse mit über acht Sitzplätzen in bestehende Busflotten. Europäisch einzigartig ist, dass in vier Pilotregionen in Österreich – von urban über suburban bis ländlich – jeweils mindestens ein hochautomatisierter Bus zwölf Monate lang in den regulären öffentlichen Nahverkehr integriert wird. ROBERTA soll auch in europäische Projekte zum automatisierten Fahren eingebracht werden. Internationale Experten begleiten die Forschung im Beirat des Projekts. Gleichzeitig hilft das Projekt ganz konkret den Nutzern öffentlicher Verkehrsmittel, weil es das hochwertige Mobilitätsangebot in Oberösterreich langfristig absichert.“

Das Projekt stärkt die Vorreiterrolle in der angewandten Mobilitätsforschung und bringt bestehende Technologien in die Praxis des öffentlichen Verkehrs. Es vereint technologische Innovation mit organisatorischen und gesellschaftlichen Aspekten und zeigt erhebliches wirtschaftliches Potenzial. Mobilität bleibt dabei ein zentraler Treiber für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Automatisierte Mobilität ist ein Schlüsselbereich für Innovation und Wertschöpfung. Das Vorhaben schafft ein öffentlich sichtbares, technologisch führendes Modellprojekt im öffentlichen Personenverkehr.

Starker Schulterschluss von Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand

Das Projekt ROBERTA wird von einem breit aufgestellten Konsortium getragen und steht exemplarisch für die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand. Neben der FH Oberösterreich sind zahlreiche weitere Partner beteiligt, darunter Forschungsinstitutionen, Verkehrsbetriebe, Technologieunternehmen sowie Energieagenturen. Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt rund neun Millionen Euro. Die Finanzierung setzt sich aus etwa 3,5 Millionen Euro Bundesförderung, rund einer Million Euro des Landes Oberösterreich (vorbehaltlich eines entsprechenden Landtagsbeschlusses) sowie angestrebten zusätzlichen Mitteln in Höhe von rund drei Millionen Euro aus weiteren Bundesländern zusammen. Ergänzt wird dies durch Eigenleistungen der beteiligten Projektpartner.