Verfahren endgültig abgeschlossen – Baustart für Großprojekt für 2027 geplant
Für eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte im oberösterreichischen Zentralraum ist der Weg nun endgültig frei: Das Rechtsmittelverfahren zur neuen A1-Anschlussstelle Traun (Haid/Pucking) sowie zur B139 Neu wurde rechtskräftig abgeschlossen. Damit besteht volle Rechtssicherheit für die Umsetzung dieses wichtigen Verkehrsvorhabens. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht am 15. April 2026 seine Entscheidung mündlich verkündet hatte, wurde innerhalb der gesetzlichen Frist von 14 Tagen von den Beschwerdeführern keine schriftliche Ausfertigung des Erkenntnisses beantragt. Da ein solcher Antrag Voraussetzung für weitere Rechtsmittel an den Verwaltungs- oder Verfassungsgerichtshof gewesen wäre, ist das Verfahren nun endgültig abgeschlossen.
Infrastrukturlandesrat Mag. Günther Steinkellner zeigt sich erfreut über diesen entscheidenden Schritt: „Damit ist endgültig Rechtssicherheit geschaffen. Nach jahrelangen Verzögerungen kann dieses zentrale Verkehrsprojekt nun ohne weitere rechtliche Hürden umgesetzt werden. Die neue Anschlussstelle und die B139 Neu bringen eine dringend notwendige Entlastung für die Menschen in der Region und schaffen gleichzeitig bessere Voraussetzungen für Mobilität, Wirtschaft und Lebensqualität.“
Das Bundesverwaltungsgericht hatte die Beschwerden der Bürgerinitiative „Grüngürtel statt Westspange“ gegen die beiden teilkonzentrierten UVP-Genehmigungen – mit geringfügigen Änderungen einzelner Punkte – abgewiesen. Das Verfahren betreffend die Beschwerden der OÖ Umweltanwaltschaft wurde eingestellt. Bereits Ende 2023 lagen die erstinstanzlichen Genehmigungen vor, doch mehrere Beschwerden verzögerten den Projektfortschritt um Jahre. Steinkellner betont: „Die Bürgerinitiative hat über Jahre massive Verzögerungen verursacht und damit auch die Projektkosten erhöht. Gleichzeitig stehen die Verkehrsteilnehmer rund um Haid tagtäglich im Stau. Deshalb braucht es diese leistungsfähige Verkehrslösung dringend.“ Mit der Umsetzung der B139 Neu und der neuen Anschlussstelle Traun sollen die Verkehrsströme im Zentralraum neu geordnet, Ortskerne nachhaltig entlastet und die Standortqualität der gesamten Region deutlich verbessert werden.
Auch die betroffenen Gemeinden erwarten große Vorteile. Der Ansfeldner Bürgermeister Christian Partoll erklärt: „Mit der neuen Anschlussstelle und der B139 Neu erhält Ansfelden eine dringend notwendige Verkehrsentlastung. Besonders für die Menschen im Stadtgebiet bedeutet dieses Projekt weniger Stau, mehr Lebensqualität und gleichzeitig neue Chancen für die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts rund um Haid Center, IKEA und die geplante Regiotram.“ Puckings Bürgermeister Thomas Altof sieht ebenfalls erhebliche Chancen: „Die neue Verkehrsinfrastruktur ist ein wichtiger Impuls für die gesamte Region. Für Pucking bringt das Projekt mehr Verkehrssicherheit, einen besseren Verkehrsfluss und neue Perspektiven für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Gemeinde. Auch der Ausbau bestehender Lärmschutzmaßnahmen wurde zugesagt.“
Im Rahmen des UVP-Verfahrens wurden zudem umfangreiche ökologische Ausgleichsmaßnahmen festgelegt. Dazu zählen unter anderem sogenannte Kiebitzinseln zum Schutz gefährdeter Vogelarten. Insgesamt sind rund neun Hektar an Ausgleichsflächen vorgesehen. Der Baustart für das Großprojekt ist weiterhin für das Jahr 2027 geplant. Voraussetzung dafür ist der Abschluss der noch offenen Grundeinlöseverträge. Die Fertigstellung der neuen B139-Umfahrung samt Anschlussstelle soll spätestens bis 2030 erfolgen. Mit diesem rechtskräftigen Abschluss ist ein entscheidender Meilenstein erreicht. Die täglichen Staus rund um Haid und Traun sollen damit künftig der Vergangenheit angehören – ein bedeutender Fortschritt für Mobilität, Wirtschaft und Lebensqualität im gesamten Zentralraum.